Wayne Shorter

„Hör dir die Phrasierung von Wayne Shorter an, da wirst du viel lernen dabei. Und seine Kompositionen haben ein ganz eigenes harmonisches Konzept“. Danke für den Input Klaus. Wie Recht du hast.

In dem Moment läuft grad „Ju Ju“- oh es beginnt mit einer Ganztonleiter gespielt vom fantastischen McCoy Tyner am Piano. Das klingt wie ein perlender Aufstieg in eine andere Sphäre und jetzt steigt das Sax ein und trägt dich mit. Und Elvin Jones am Drum treibt voran –am Bass Reggie Workman-treuer Begleiter in der Tieftonschwingung-und jetzt die Triller am Sax- wow- wo sind wir nun? Ist das der Planet Wayne? Danke dass ihr mich mitnehmt Jungs!

Wayne Shorter ist ein Individualist. Sein Spiel ist Sprache. Tiefer Ausdruck, philosophisch. Für mich schwingt in seinen Kompositionen etwas Urtümliches und Magisches. Wie das Entstehen, Vergehen und wieder Auferstehen. „Was kann man dem Leben geben, wo es doch schon alles hat?“ stellt er sich selbst die Frage. „Indem wir uns um Originalität bemühen, können wir uns beim Leben bedanken“. So seine Antwort.

Inzwischen läuft „Yes Or No“. Manchmal sagt Musik mehr aus als irgendein Geschwafel. Darum muss man Wayne einfach nur zuhören. Doch noch dies:  „Infant Eyes“ ist eine umwerfendschöne Ballade. Und ich liebe „Adam’s Apple“. In seiner Melodie liegt eine Spannung wie vor einem Sommergewitter. Die Luft ist heiss und einige erste Blitze in der Ferne sind sichtbar. Da kommt ein frischer Wind. Die ersten Tropfen fallen. Es riecht nach nassem Asphalt. Und ich tanze barfuss auf der Strasse.

Jetzt ist mein Geist still. Ich höre zu. Danke Wayne.

Foto: By Chris Hakkens [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

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